Tobias Clausnitzer – Anders in einer schwierigen Zeit


Bild 10

 

Clausnitzerschüler erkunden ihren Namensgeber

Der alljährliche Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten ist der größte historische Forschungswettbewerb für junge Menschen in Deutschland und will bei Kindern und Jugendlichen das Interesse für die eigene Geschichte wecken, Selbstständigkeit fördern und Verantwortungsbewusstsein stärken. Seit Wettbewerbsgründung 1973 durch den damaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann und den Stifter Kurt A. Körber haben über 130.000 junge Menschen mit mehr als 28.000 Beiträgen an den Wettbewerbsrunden unter wechselnden Themenstellungen teilgenommen.

»Anders sein. Außenseiter in der Geschichte« ist das Thema der 24. Ausschreibung des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten Hans Joachim Gauck. Vom 1. September 2014 bis 28. Februar 2015 sind alle Kinder und Jugendliche unter 21 Jahren aufgerufen, vor Ort auf historische Spurensuche zu gehen und ein Beispiel für »Anders sein« aus der Geschichte ihrer Region, ihrer Schule oder ihrer Familie zu erforschen und auf seine Bedeutung aus heutiger Sicht zu hinterfragen.

Einander ähnlich oder auch anders als der Andere zu sein, ist eine menschliche Grunderfahrung. Bereits Kinder stellen fest, dass alle sich aufgrund von Aussehen, Interessen, Besitz, Herkunft oder Glaube voneinander unterscheiden. Verschiedenheit gehört zum Leben und bereichert es. Probleme entstehen dann, wenn Menschen von anderen Menschen wegen ihrer Besonderheiten abgewertet oder ausgegrenzt werden.

Tobias Clausnitzer, der Namensgeber unserer Schule, war in seiner Zeit ein „Anders denkender“. Als evangelischer Prediger, der während des 30jährigen Krieges mit seiner Familie in Weiden lebte, lernte er schon damals die Ausgrenzung von Menschengruppen aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit kennen. In seiner berühmten Friedenspredigt zur Feier des Westfälischen Friedens vom 1. Januar 1649 rief er alle Christen zu einem gemeinsamen Frieden auf.

Außenseiter sein aufgrund der Religionszugehörigkeit – heute ein brandheißes aktuelles Thema.

Die Schüler der Klasse 3 / 4 haben sich mit ihrer Lehrkraft Frau Daniela  Scharbauer auf Spurensuche gemacht und den Namensgeber ihrer Schule Tobias Clausnitzer genauer unter die Lupe genommen. Herausgekommen sind viele Fakten, die belegen, dass der Prediger, der lange Jahre in Weiden gelebt hatte, in vieler Hinsicht „anders“ in seiner Zeit während des Dreißigjährigen Krieges war. Zahlreiche Quelltexte aus jener Zeit wurden von den Kindern bearbeitet, aufbereitet und in Form von Plakaten ausgestellt. Neben dem Leben Clausnitzers wurden auch der Dreißigjährige Krieg, die verschiedenen Religionsauffassungen und die damaligen Lebensumstände genauer unter die Lupe genommen. Eine große Hilfe waren dabei die Leiterin des Stadtmuseums Frau Vorsatz und Stadtführer Gerhard Reiß. Begleitet wurden die 22 Schüler auch von ihren Tutoren Herr Obermeier und Herr Runkel, beides Lehrkräfte des Keplergymnasiums. Von ihnen erhielten sie wertvolle Tipps hinsichtlich ihres Wettbewerbsbeitrags.

Der Projekttag

Die Ergebnisse der Arbeit wurden in einem kurzen selbst geschriebenen Theaterstück, in Plakatwänden und in Workshops den Mitschülern vorgestellt.

Im Theaterspiel zeigten die Schüler, wie sich der Tag der Friedenspredigt in der Familie Clausnitzer eventuell abgespielt haben könnte. In den Workshops lagen die Schwerpunkte auf der Einstudierung eines mittelalterlichen Tanzes, Gestalten von Schriftzeichen anhand der Friedenspredigt, der Einstudierung des bekanntesten Kirchenliedes Clausnitzers und einem abschließenden Quiz.

Die Dokumentation ihrer Arbeit wird die Klasse in Form eines Buches als Wettbewerbsbeitrag einreichen.

 

 

Aktuelle Termine

<<Dez 2019>>
MDMDFSS
25 26 27 28 29 30 1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 31 1 2 3 4 5